IMPOTENZ

IMPOTENZ

Auf Grund der intensivierten Forschungsanstrengungen die innerhalb der letzten Jahrzehnte auf dem Gebiet der Erektionsstörungen unternommen worden sind, gibt es erstmals Medikamente die eine Erektion herbeiführen und verbessern können. Es muß jedoch betont werden, daß ein Nachlassen der Erektion beim älter werdenden Mann ein physiologischer Prozess ist. Veränderte soziale Ansprüche und ansteigendes Lebensalter haben jedoch zu einem Umdenken bei der Beurteilung der Erektionsfähigkeit des alternden Mannes geführt.

Impotenz

Satyr und Mänade mit Tamburin, Detail des Dionysos-Mosaiks
Vereinfachend kann man sagen, daß Erektionsstörungen bei Männern vor dem 45. Lebensjahr größtenteils psychisch bedingt sind. Hier ist die Erektionsstörung jedoch nur ein Symptom einer Verhaltensstörung. Meist ist es einfach, wenig zeitaufwendig auf eine Erektionsstörung in dieser Altersgruppe mit einer vorübergehenden medikamentösen Behandlung zu reagieren. Die Verhaltensstörung sollte sinnvoller Weise psychotherapeutisch behandelt werden.

Beim Mann jenseits von 45 sind es häufig körperliche Veränderungen, die je älter der Mann wird einen höheren Prozentanteil an seiner Erektionsfähigkeit einnehmen. Die wesentlichsten Risiken für eine Impotenz sind Nikotin, Alkohol, Fettleibigkeit, schlechte Kondition, hoher Blutdruck und erhöhter Blutzucker.

Männervorsorge das bedeutet heute auch eine Beratung die den Männern ihre Risikofaktoren klarmachen muss. Zuerst sind diese Risikofaktoren zu reduzieren um auch im Älterwerden Sexualität zufriedenstellend zu erleben.

Vor jeder Behandlung einer Erektionsstörung steht eine gründliche Erhebung der Vorgeschichte und eine körperliche Untersuchung. Erst dann kann das richtige Medikament, der erforderliche Behandlungszeitraum und die Überprüfung des Behandlungserfolges bestimmt werden.

Folgende Medikamente stehen zur Verfügung:

Orale Medikamente

matisseYohimbin (Yokon – Glenwood ®), ein schon lange bekanntes Aphrodisiakum ist ein zentral wirksamer Alpha-2-Rezeptoragonist; er ist wirksam gegenüber Placebo. Die Substanz ist aber im Vergleich zu neueren Medikamenten deutlich weniger effektiv. Mögliche geringe Nebenwirkungen sind z.B. Unruhe, Händezittern, verstopfte Nase, roter Kopf; Vorsicht bei hohem Blutdruck! Das Hauptindikationsgebiet sind versagensangstbedingte oder mäßig ausgeprägte organische Erektionsstörungen.

Apomorphin (Uprima ®, Ixense ®): Apomorphin wurde früher in höheren Dosen als Brechmittel bei Vergiftungen verwendet. Es stehen zwei Dosierungen zur Verfügung: 2 und 3 mg. Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Herzkreislaufnebenwirkungen sind nicht bekannt. Die Tabletten werden nicht geschluckt, sondern sie müssen unter oder auf der Zunge zergehen. Damit ist auch ein relativ schneller Wirkungseintritt gegeben. Nach etwa 10 bis 20 Minuten kann man, vorausgesetzt es kommt zu einer sexuellen Stimulierung, mit einer Ansprechrate von ca. 50 % rechnen. Eine Dosiserhöhung über 3 mg verursacht auch mehr Nebenwirkungen.

Phentolamin (Vasomax ®): 40 mg Phentolamin hat gegenüber Placebo eine Wirkung, jedoch ist diese im Vergleich zu Apomorphin oder Sildenafil deutlich weniger ausgeprägt. Die Substanz ist in Österreich noch nicht zugelassen, sie wäre jedoch auf Grund Ihres Wirkungs-/Nebenwirkungsprofils insbesondere bei älteren Patienten erfolgsversprechend.

Sildenafil (Viagra ®). Durch einen Hemmstoff (PDE 5) kommt es zum Anstieg von cGMP in der kavernösen Muskelzelle der zu ihrer Relaxation und somit zur Erektion führt. Man kann mit einer bis zu 60 %igen Wirkung des Medikamentes rechnen. Sildenafil steht in Dosierungen von 25, 50 und 100 mg zur Verfügung. Es sollte mit einer 50 mg Dosierung begonnen und je nach Wirksamkeit die Dosis reduziert oder erhöht werden. Eine wesentliche Steigerung der Dosierung erhöht meist die Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Herzrasen, Schwindel, blaues Sehen, Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen. Das Medikament darf nicht mit bestimmten Herz-Kreislaufmedikamenten und bei Netzhautveränderungen, der sogenannten Retinitis pigmentosa gegeben werden. Die Wirkung tritt nach etwa 30 – 60 Minuten ein und hält ca. 6 und mehr Stunden an. Erst nach Stimulation kommt es zur Erektion. Der Patient ist innerhalb dieser 6 Stunden, auch nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch stimulierbar.

Weitere Phosphodiesterase (PDE) – Hemmer auf dem Markt, mit einem ähnlichen Wirkungsprofil wie Viagra sind:
Levitra ® und mit einer Wirkdauer von fast 36 Stunden das Präparat Cialis ®.

Lokale Anwendung

Beim Einspritzen von Prostaglandin-E1 (PGE1) in die Harnröhre mit sogenannten Pellets kommt es zur Resorption von PGE1. Diese Anwendungsform (Muse ®) hat eine Ansprechrate von etwa 30 bis 35 %. Als Nebenwirkungen treten etwa bei 30 % der Anwender Schmerzen im Penis, und seltener Schwindel (2 %) auf. Diese Anwendungsform ist besonders bei Patienten mit neurogener Erektionsstörung und eventuell auch nach radikaler Prostatektomie geeignet.

Intrakavernöse Injektion (SKAT) von Prostaglandin E1 (Caverject ®):

Seit 15 Jahren ist diese Anwendungsform die effektivste. Je nach Dosierung bis zur Maximaldosierung von 40mg werden Ansprechraten von 70 – 90 % berichtet. Verlängerte Erektionen (Priapismus)werden bei etwa 3 % der Patienten und 0,007 % der Injektionen berichtet. Bei fast 10 % der Patienten traten nach mehr als 2 Jahren Schwellkörperveränderungen auf, die gravierend sein können: Fibrosen, Penisverbiegungen und Verhärtungen. Bei etwa 10 – 40 % der Patienten kommt es kurzfristig nach der Injektion zu einem leichten Spannungsschmerz. Diese Behandlungsform ist besonders für Patienten nach radikalen Operationen im kleinen Becken wie der radikalen Prostatektomie geeignet. Hier sollte sie frühzeitig etwa 4 bis 8 Wochen postoperativ begonnen werden – „use it or loose it“! Auch Diabetiker profitieren von dieser Anwendungsform.

Papaverin plus Phentolamin (Androskat ®). Die Injektion dieser Kombination in die Schwellkörper (SKAT) hat eine Effektivität von 60 – 80 %. Auch hier muss die individuelle Dosis zuvor ausgetestet werden. Bei dieser Form der Behandlung ist eine verlängerte Erektion (Priapismus) häufiger auf als nach PGE1-injektion, 3 – 5 %. Auch werden Komplikationen im Bereich der Schwellkörper häufiger als nach PGE1 berichtet (10-30 %). Diese Kombination wird wegen der Nebenwirkungsrate meist erst bei Versagen der Prostaglandin-E1 Medikation gegeben.

Kommt es auch nach SKAT zu keiner Erektion sind weitere Untersuchungen nötig um zu klären ob der Einsatz operativer Verfahren sinnvoll wäre z.B.Revaskularisierungsoperationen, Blockade des venösen Abflusses, Schwellkörperimplantat etc..

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Univ. Prof. Dr. Christian-P. Schmidbauer
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