UROLOGISCHE CHIRURGIE

UROLOGISCHE CHIRURGIE

Ambulante Operationen:

Ambulant, in lokaler Betäubung sind Operationen beim Erwachsenen möglich. Die Beschneidung (Circumcision) infolge Einengung durch die Vorhaut (Phimose) ist der häufigste Eingriff. Beim Erwachsenen bedarf es einer sorgfältig plastisch chirurgischen Technik um hier ein ästhetisches Ergebnis zu erzielen.

Weitere Operationen betreffen das äußere Genitale und die Harnröhre bei Missbildungen oder erworbenen Krankheiten.

Hygieia

Gustav Klimt, Hygieia, Ausschnitt aus „Medizin“ 1901

Die häufigsten urologischen Operationen betreffen Probleme mit der Prostata:

Prostata-Operation wegen gutartiger Prostata-Vergrößerung

Bei gutartiger Prostatavergrößerung ist der operative sogenannte Goldstandard „die Ausschälung der Prostata über die Harnröhre“ (TURP). Damit wird eine Verkleinerung der Prostata erreicht. Der Druck der vergrößerten Prostata auf die zentral gelegene Harnröhre lässt nach. Damit kann auch die Entleerung aus der Harnblase wieder ungestört erfolgen.

Die wesentlichste Veränderung für die Sexualität die Männer nach einer TURP bemerken ist ein Fehlen von Samenflüssigkeit (Ejakulat) beim Geschlechtsverkehr. Durch das Ausschälen der Prostata gelangt der Samen beim Höhepunkt in den Urin. Der Samen wird dann mit dem ersten Urin nach einem Geschlechtsverkehr entleert. Wen dieses Faktum nicht stört, und das stört die wenigsten Männer in dieser Altersgruppe, hat nach dieser Prostataoperation eine ungestörte sexuelle Erlebnisfähigkeit. Im Gegensatz zu den Gerüchten bei vielen Männern hat diese Operation keinen Einfluss auf die Potenz oder besser gesagt auf die Erektionsfähigkeit.

Ist die Prostata größer als 100 g, das entspricht einem größeren Apfel, dann sollte überlegt werden ob die sehr große Prostata nicht besser mit einem Bauchschnitt entfernt werden soll. Eine Prostata von 100 g und größer wird erfahrungsgemäß durch eine Operation mit Schnitt gründlicher und schneller entfernt als durch eine Ausschälungsoperation über die Harnröhre. Etwa 98 % der Patienten wird heute über die Harnröhre (TURP) operiert. Diese Operationsmethode ist äußerst schonend. Der durchschnittliche Spitalsaufenthalt beträgt nur 2 – 5 Tage. Schwere Komplikationen sind selten; ein Patient vor einer Operation muß jedoch über alle möglichen Nebeneffekte aufgeklärt werden.

Bis 14 Tage nach einer Prostataoperation sollten sich die Patienten sehr schonen. Das heißt keine extremen Anstrengungen, keine schweren Arbeiten, aber, sie genießen uneingeschränkte Mobilität. Nach etwa 4 Wochen, wenn der Harn wieder völlig klar ist kann zu den normalen täglichen Aktivitäten zurückgekehrt werden.

Prostata-Operation wegen Prostata-Krebs

Die radikale Prostatektomie ist durch die Prostatavorsorge und die Früherkennung durch den PSA-Test (prostataspezifisches Antigen) im Blut zur häufigen urologischen Operation geworden. Mit Hilfe der radikalen Entfernung eines auf die Prostata beschränkten Krebsleidens kann eine Heilung erzielt werden. Derzeit sind etwa 60 – 80 % aller Männer, bei denen durch Frühdiagnose eine bösartige Veränderung in der Prostata erkannt wurden, heilbar.

Vorrangiges Ziel ist es den Prostatakrebs so zu entfernen, daß keine Prostatakrebszellen im Körper zurückbleiben. Bei geringer Ausbreitung von Krebs in der Prostata kann die Drüse mit einer subtilen Operationstechnik entfernt werden ohne, dass der Patient einem erhöhtem Krebsrisiko ausgesetzt wird. Dann kann auch die Potenz und die Harnkontinenz, letzteres heißt Harnhalten ohne Harnverlust, bewahrt werden.

Üblicherweise ist diese Operationsmethode standardisiert, jedoch sind unterschiedliche Techniken zur Potenz- und Kontinenzerhaltung gebräuchlich.

Von mir wird die Operationsmethode mit Bauchschnitt (radikale retropubische Prostatektomie) favorisiert, da es hier übersichtlicher gelingt die wesentlichen Strukturen für die Erhaltung der Nerven für die Potenz zu schonen, und den Schließmuskelmechanismus intakt zu halten. Bei fraglicher Tumorausdehnung können hier auch ihm Rahmen des gleichen Eingriffs Lymphknoten zur histologischen Untersuchung eingesandt werden. Noch während der Operation erlaubt diese intraoperative Diagnostik dem Chirurgen eine sichere Technik ohne Gratwanderung zwischen Radikalität und Bewahrung der Potenz.

Der operative Zugang zwischen After und Hodensack, die sogenannte perineale Prostatektomie hat technische Vorteile, besonders bei Patienten mit kleiner Prostata, niedrigem PSA-Wert und Patienten mit Wirbelsäulenveränderungen bei denen eine flache Rückenlage oder ein Abkippen des Operationstisches aus der Rückenlage nicht möglich ist.

Die Knopflochtechniken (laparoskopische radikale Prostatektomie) ist noch in Entwicklung. Auf Grund der technischen Möglichkeiten ist es hier noch schwierig dem Wunsch nach einer Potenzerhaltung nachzukommen. Es kann aber sein, daß in der Zukunft diese Operationstechnik auch hier auf breiter Basis alle Wünsche nach geringer Operationsbelastung und Potenzerhaltung vereinigt.

Operation wegen Nierensteinen

Nierensteine werden heute von außen zertrümmert (ESWL) oder über Punktionsstellen durch die Haut (PCL) zertrümmert und entfernt.

Operation wegen Nieren-Tumor

Das urologische Operationsspektrum umfasst auch Operationen an der Niere wegen Tumor (Tumornephrektomie), Nierentumorexcisionen bei kleinen Nierentumoren (unter 4 cm) und Operationen wegen gutartiger Veränderung an der Niere und den ableitenden Harnwegen.

Operation wegen Blasenkrebs

Bei bösartigen Veränderungen in der Harnblase wird oberflächlicher Blasenkrebs elektrisch entfernt (Elektroresektion) ohne Entfernung der Harnblase (das betrifft etwa 80 % der Fälle). Bei einem Einwachsen von Blasenkrebs in die Blasenwand ist es unumgänglich die Harnblase zu entfernen (radikale Cystektomie). Neue Harnreservoire werden aus Dick- oder Dünndarm geformt und die dann nötige Harnableitung kann kontinent (trocken) oder als trockenes oder nasses Stoma mit einem Säckchen erfolgen. Oftmals ist eine Versorgung mit Säckchen an der Bauchhaut eine ausgezeichnete Lösung und entgegen landläufiger Meinung sind diese sehr leicht zu pflegen und behindern nicht.

Operation wegen Peniskrebs

Ein zu beachtender Tumor ist der Krebs der Eichel (Peniskarzinom) und der Harnröhre. Oft ist die Ursache eine Verklebung der Vorhaut und mangelnde Hygiene. Bei rechtzeitiger Diagnose kann der Knoten ohne große Operation entfernt werden, bei Ausbreitung des Tumors ist eine Entfernung des Gliedes mit den Lymphknoten der Leiste notwendig.

Operation wegen weiblicher Inkontinenz

weibliche InkontinenzZu den häufigen Operationen gehört auch die Korrektur der weiblichen Harninkontinenz. Mit der neuen TVT-Schlingentechnik gelingt es unter nahezu ambulanten Bedingungen in lokaler Betäubung die Patientinnen von ihrem unwillkürlichen Harnverlust zu heilen. Besondere Beachtung verdient die Indikationsstellung zu dieser Operation. Bei einer starken Senkung der vorderen Scheidenwand, bei zusätzlichen Senkungszuständen im kleinen Becken und bei vorwiegender Harndrangsymptomatik ist diese Operation jedoch nicht gerechtfertigt! Daher kommt den Untersuchungen vor der Operation (z.B. urodynamische Untersuchung, Röntgendarstellung der Harnblase) besondere Aufmerksamkeit zu. Wie bei allen Operationsmethoden bedarf es eines Chirurgen, der eine große operative Erfahrung hat.

Andere ambulante Operationen

Die Sterilisationsoperation (Vasektomie) ist eine weitere häufige Operation, die in lokaler Betäubung ohne Schnitt nur über eine kleine Stichöffnung durchgeführt wird.

Weitere Operationen am Glied in lokaler Betäubung sind die Durchtrennung des Bändchens (Frenulotomie) bei zu kurzem Bändchen oder bei mehrfach eingerissenem Frenulum mit Narbenbildung.

Auch sogenannte Wasserbrüche (Hydrocele) und Adernbrüche des Hodens (Varicocele) sind auf ambulanter Basis in lokaler Anästhesie korrigierbar.

Selten geworden sind heute operative Eingriffe bei Impotenz (erektiler Dysfunktion) da die Ergebnisse früherer Jahre nicht zufriedenstellend waren und die heutigen Behandlungsmöglichkeiten mit Medikamenten wegen ihrem guten Erfolg chirurgische Eingriffe überflüssig gemacht haben.

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Univ. Prof. Dr. Christian-P. Schmidbauer
Beeideter u. gerichtlich zertifizierter Sachverständiger

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