Impotenz nach Prostataoperationen

ANFRAGE:

Mein Partner (69) und ich (58) leben in einer sehr glücklichen Beziehung, in der Sex auch noch eine große Rolle spielt. Nun soll sich mein Partner einer Prostataoperation unterziehen. Wird diese Operation Auswirkungen auf seine Potenz haben?

ANTWORT:

Operationen an der Prostata werden wegen Beschwerden bei gutartiger Vergrößerung der so genannten Vorsteherdrüse und nach der Diagnose Prostatakrebs notwendig. Die häufigste beim Mann durchgeführte Operation ist die Ausschälung einer gutartig vergrößerten Vorsteherdrüse über die Harnröhre (transurethrale Prostataresektion oder TURP). Bei dieser Operation wird die Innendrüse der Prostata entfernt um ein ungehindertes Wasserlassen wieder möglich zu machen. Da bei dieser Art der Operation die Nerven, die für die Erektion notwendig sind (Nervi erigentes) nicht geschädigt werden, ist eine operationsbedingte Impotenz eine seltene Ausnahme. Solche Ausnahmen treten dann ein, wenn die Prostatakapsel und die nahe an ihr vorbeiführenden Nerven geschädigt werden. Das kann einmal bei einer stärkeren Blutung der Fall sein, wenn diese Blutung erst nach ausgedehnter Verwendung von Koagulationsstrom gestillt werden muß. In einem solchen Fall sind die Nerven auf einer Prostataseite geschädigt. Es können aber dann die Nerven auf der anderen Seite der Prostata deren Funktion übernehmen. Damit ist auch bei einer solchen Situation eine Schädigung der Erektionsnerven selten. Manchmal benützen Ehepartner eine Operationssituation im Unterleib dazu, sich von ihrer aktiven sexuellen Präsenz zu verabschieden, besonders dann, wenn bereits vor der Operation das Sexualleben reduziert war. Im Alter von 70 Jahren sind bereits 25 % der Männer sexuell nicht mehr aktiv. Männer, die vor einer Operation wegen gutartiger Prostatavergrößerung regelmäßig Sexualverkehr hatten werden dies auch nach einer solchen Operation können.

Ein noch geringeres Impotenzrisiko als nach einer TURP gibt es nach so genannten alternativen Operationsmethoden an der Prostata. Diese Techniken verwenden Hitze zur Zerstörung von Prostatagewebe und sind zumeist ambulant durchführbar. Es ist jedoch nicht bei jeder Art von Prostatavergrößerung sinnvoll eine alternative Operationsmethode zu wählen. Meist kommen diese Verfahren nur für Patienten mit mittelgradiger Symptomatik und kleinerer Prostata in Frage.

Bei Operationen wegen Prostatakrebs wird immer eine nervenschonende oder nervenerhaltende Operationstechnik gewählt um nach einer totalen Entfernung der Prostata die Erektionsfähigkeit nicht zu schädigen. Hier können je nach Alter des Patienten, seinen Risikofaktoren und der Ausdehnung des Tumors die Nervenfasern für die Erektionsfähigkeit erhalten oder geschädigt werden. Üblicherweise bleiben mehr als 50 % der Patienten potent. Männer bei denen es nach einer Krebsoperation nicht gelingt die Erektion wieder aufzunehmen, sollten frühzeitig beginnen mit Hilfe von Medikamenten, (geeignet ist Viagra, besser geeignet sind Injektionen in den Penis mit einer sehr feinen Nadel) sexuell aktiv werden. Denn besonders nach Operationen im Genitalbereich gilt der Grundatz „Use it or loose it“, denn andernfalls geht eine nicht gebrauchte Funktion rasch verloren.

Doz. Dr. Christian P. Schmidbauer

Urologe in Wien

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