Hormonbehandlung bei Prostatakrebs

ANFRAGE:

Ich habe 2 Elektroresektionen der Prostata hinter mir. Wegen Prostatkrebs habe ich das Medikament Estracyt erhalten, das ich leider nicht vertrage. Kann man mit gegengeschlechtlichem Hormon wie Östrogen Prostatakrebszellen in Schach halten. Ich bin 82 Jahre alt.

ANTWORT:

Die Gabe von gegengeschlechtlichen Hormonen zur Behandlung von Prostatakrebs geht auf die Amerikaner Huggins und Hodges zurück. Die beiden erhielten den Nobelpreis für ihre Erkenntnis, daß das Wachstum von Prostata und Prostatakrebs durch männliche Hormone, sog. Androgene stimuliert wird und, daß eine gegengeschlechtliche Stimulation mit weiblichen Hormonen (Östrogenen) das Wachstum der Krebszellen zum Stillstand bringen kann. Sogar eine Verkleinerung der Prostata kann so erreicht werden.

Im Zeitalter radikaler Operationsmöglichkeiten beim Prostatakrebs beschränkt sich die Hormonbehandlung auf Patienten in höherem Alter. Im Wesentlichen sind das Männer mit mehreren gesundheitlichen Risiken oder einer statistisch gesehenen Lebenserwartung von weniger als 10 Jahren. Bei diesen älteren Patienten wird eine Hormonbehandlung oft erst dann eingeleitet wenn Beschwerden beim Wasserlassen oder Schmerzen auftreten. Die Hormonbehandlung kann auf sehr unterschiedliche Weise erfolgen. Entweder chirurgisch durch Entfernung des Hodengewebes oder durch Medikamente. Östrogene werden wegen Ihrer Nebenwirkungen auf die Funktion des Herzens heute nicht mehr verwendet. Statt dessen kommen künstliche Antiandrogene oder Botenstoffe die die Hormonausschüttung der männlichen Hormone (Androgene) unterbinden. Gelegentlich werden auch Mischpräparate verabreicht. Eines davon ist das Estracyt; es hat eine östrogene Komponente und eine zystostatische, also das Krebswachstum verhindernde Wirkung.

Das zuletzt genannte Medikament wird auch verordnet, wenn die zuerst angewandte Hormonbehandlung nicht wirkungsvoll war.
Falls Prostatkrebs auf eine gegengeschlechtliche Behandlung nicht reagiert, gibt es verschiedenste Zystostatika und Schmerzmittel die dem Patienten eine gute Lebensqualität sichern . Behandlungsformen dieser Art müssen für jeden Patienten und auf seine persönlichen Situation abgestimmt sein.

Doz. Dr. Christian-P. Schmidbauer

Urologe in Wien

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Univ. Prof. Dr. Christian-P. Schmidbauer
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